Knallbonbons, Konfetti und der innere Friede

Hallo mein Liebster (ich beginne absichtlich im Superlativ, denn du bist mir auf dieser Welt das Liebste. Etwas, das sich auch im neuen Jahr nicht geändert hat!)

Ich freue mich, dass wir uns hier auf diese Art austauschen können und ich bin gespannt, wohin uns diese Reise führt. So ganz ohne Plan einfach mal mit diesem Blog-Projekt loszulegen finde ich aufregend – und natürlich erinnert es mich an die vielen Stunden, die ich vor 15 Jahren vor dem Computer verbracht habe um dir zu schreiben. Endlose E-Mail Konversationen hin und her- schon damals habe ich gespürt, dass das unsere Art der Kommunikation ist.

Nun also kann ich dir das erste Mal auf eine Blognachricht antworten.
Ich bin mit gemischten Gefühlen ins 2023 gestartet. Normalerweise bin ich der Optimist von uns beiden und lebe nicht gross in der Vergangenheit sondern freue mich auf das was kommt. Die aktuelle Weltlage hat allerdings auch bei mir die Vorfreude auf ein neues Jahr etwas gedämpft. Was kommt auf uns zu? Es ist alles etwas undurchsichtig, du hast es das kalt Neblige genannt- ziemlich treffend finde ich. Das macht mir manchmal schon ein flaues Gefühl und bedrückt mich teilweise. Ich hätte mir Knallbonbons und Konfetti gewünscht, stattdessen ist es mehr so ein verhaltenes „kommt schon gut – hoffentlich“.
Zum Glück gibt es ja aber für jede Situation immer mehrere Betrachtungsweisen.

Wir können uns vielleicht nicht mehr im gleichen Masse in Sicherheit wiegen wie wir uns das bisher gewohnt waren, aber trotzdem- oder vielleicht besser genau deswegen- muss sich unser Fokus immer wieder auf die wirklich wichtigen Dinge verschieben. Was sind die Werte in meinem Leben, auf die ich mich stützen will? Habe ich Frieden geschlossen? Mit mir, meinen Mitmenschen- und Gott?
Das will ich mich nicht erst auf dem Sterbebett fragen und ich sehe das als grössten Gewinn von unsicheren Zeiten- dass das Aussen an Relevanz verliert und es mehr um das Innen geht. Der Ballast von Haben und Wollen fängt an abzufallen und was dann zum Vorschein kommt, sind die Pfeiler auf denen mein Leben steht. Sind sie stabil genug um mich auch durch stürmische Zeiten zu tragen?
Du hast mich nach Neujahrsvorsätzen gefragt. Ich habs nicht so mit langfristigen Zielen. Das sollte dich nicht überraschen- ich bin kein zielorientierter Mensch, lasse mich lieber einfach tragen und schaue, was auf mich zukommt. Aber dieses Jahr nehme ich mir vor, mich vor allem um mein Inneres zu kümmern. Ich, der gefühlstechnisch eher zu Extremen neigt, bleibe dieses Jahr ziemlich nüchtern.
Aber ich verzichte gern auf Knallbonbons und Konfetti und ein überdrehtes „das wird das beste Jahr in meinem Leben!!“ – wenn stattdessen in meinem Herzen Ruhe herrscht. Ich werde mich immer wieder fragen, was meinen inneren Frieden gefährdet. Und das will ich aus meinem Leben verbannen.

Der Sprung um eine Stelle- tatsächlich nichts besonderes- aber doch eine Möglichkeit kurz innezuhalten und sich neu auszurichten. Auch wenn vieles beim Alten bleibt, so haben wir doch immer die Chance, Dinge zu verändern, wir sind den Umständen nie komplett ausgeliefert. Und spätestens was in uns drin ist, kann niemand von aussen antasten. Das ist unser persönlicher Schatz, den wir zuerst mal ausgraben, erkennen und schlussendlich bewahren müssen.

In diesem Sinne auch von meiner Seite: hallo 2023!

Hinterlasse einen Kommentar