Neues Jahr – altes Gefühl

Hallo 2023

Hallo meine Liebe, jetzt schreibe ich tatsächlich die ersten Zeilen. Die ersten Zeilen auf diesem Blog, die ersten Zeilen an dich seit längerer Zeit und die ersten Zeilen dieses Jahr überhaupt. Der erste Tag in einem neuen Jahr verursacht gemischte Gefühle in mir. Zeit zurückzuschauen? Besser nach vorne planen? Oder einfach im Moment sein?

In den verrückten Zeiten, in denen wir uns befinden ist nichts mehr wie es war, Richtig wird Falsch, Schwarz wird Weiss, Alt wird Neu. Wir schreiben zwar ein neues Jahr, aber was ist den neu im Vergleich zu gestern Abend? Die gleichen Freuden, die gleichen Freunde (zum Glück haben wir sie gestern bei der Sylvesterfeier nicht vergrämt), aber auch die gleichen Probleme. Die gleiche Partnerin (DAS finde ich gut), die gleiche Beziehung. Es fühlt sich nicht neu an, nur diese eine kleine Zahl im Kalender an der letzten Stelle, die mit scheinbar zunehmender Geschwindigkeit unaufhaltsam nach oben klettert. Der Sprung um eine Stelle markiert den Moment im Jahr, in dem man innehalten kann, wehmütig wird, hoffnungsvoll in die Zukunft schaut, oder wie ein Haschen nach Wind versucht den Moment festzuhalten. Ich hab mich heute gefragt, wozu das alles gut sein soll, wenn sich das Gefühl ja nicht wegen einer um eine Stelle gestiegenen Zahl im Kalender grundlegend ändert. Ist es das wert, sich verrückt zu machen mit dem was war und nicht mehr geändert werden kann, oder verängstigt in die kommende Zeit zu blicken, überfordert Umstände beeinflussen zu wollen, die sich ausserhalb unseres Machtbereichs befinden?

Welcher Typ bist du? Neigst du dem Verflossenen nachzutrauern oder kannst du das vor dir Liegende kaum erwarten? Wie bist du ins neue Jahr gestartet (abgesehen von der fiesen Grippe, die dich gerade wieder ans Bett fesselt)?

Und wie hast dus eigentlich mit Neujahrsvorsätzen?

Die Frage, die ich mir stelle, wenn doch unsere sichtbaren Umstände keine Planung der Zukunft zulassen, genauso wenig, wie das persönlich Erlebte im vergangenen Jahr meine Gegenwart verändert, wo lässt sich denn dann etwas Neues erleben oder kreieren in meiner Gefühlswelt. Liegt es vielleicht im Übernatürlichen, was wir Glauben nennen? Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass ich auf dieser (ich nenns jetzt mal, fachlich höchstwahrscheinlich inkorrekt) Meta-Ebene Hebel zur Verfügung habe, mit denen ich das leicht modrige Gefühl, wenn ich ans alte Jahr denke und das unangenehm kalt Neblige, das in der Zukunft liegt, beeinflussen kann. Wie ich das genau bewerkstelligen werde, entzieht sich noch etwas meiner Kenntnis. Aber ich bin überzeugt, dass da draussen mehr sein muss, als ich sehe, als ich letztes Jahr gespürt habe und mit dem sich alte Gefühle, Launen und Frustrationen verändern lassen werden. In dem Sinne, hallo 2023, ich bin bereit für neues Land!

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