Hallo meine Liebste, ich entschuldige mich jetzt nicht für das lange Warten auf den nächsten Blogeintrag, schliesslich wäre es einfach zu frustrierend gewesen auf meiner kleinen Handytastatur einen Text zu tippen, deshalb gehe ich das nun mit einer frischen Virtuosität auf meiner eingespielten Klaviatur der PC-Tastatur an.
Wow, gefühlt ist ja echt ein halbes Jahr vergangen. Dankbar schaue ich auf eine super intensive Zeit in Osteuropa zurück. Unzählige Eindrücke und noch mehr Begegnungen mit Menschen haben diese Zeit (und hoffentlich mich) geprägt. Ich habe soviel erlebt, dass ich mit Sicherheit noch Monate, vielleicht Jahre, davon zehren kann. 12 Länder, 8 Städte, ich weiss gar nicht wo ich ansetzen soll. Und vielleicht muss ich das gar nicht. Ich bin mit grossen Fragen ausgezogen und mit ebenso vielen heimgekehrt. Denn da draussen und in all den Begegnungen habe ich eines gelernt, wir stellen uns alle dieselben Fragen. Wir stellen sie uns aber in unterschiedlichen Kontexten, unter mehr oder weniger privilegierten Voraussetzungen und Umständen, aber am Ende sind wir alles Menschen, die glücklich sein wollen. Wir wollen Bedeutung haben, einen Mehrwert generieren für unsere Mitmenschen oder unseren Planeten. Spuren hinterlassen, Lob und Bestätigung bekommen. Doch die Wege dahin sind so vielfältig wie wir Menschen sind.
Was nehme ich mit aus dieser Erfahrung? Ich glaube die Erkenntnis, dass ich anpassungsfähiger bin als ich das von mir selbst dachte. Und dass das Glück weder von den Umständen abhängt, noch eine Frage des Gehaltes ist. Diese Erkenntnis hat mich motiviert mich auf die Suche (oder den Weg?) zu machen, meine Zeit und Energie in etwas zu investieren, das sichtbaren Mehrwert generiert. Einen Einfluss hat auf Menschen und Probleme lösen kann. Und ich möchte die Vielfalt, die ich kennenlernen durfte in meinen Alltag integrieren. Warum nicht verschiedene Jobs in völlig unterschiedlichen Welten haben? Das Leben ist auf jeden Fall zu bunt um 100% in einer in sich geschlossenen und oft realitätsfernen Blase zu verbringen.
Du hast mich gefragt, was ich gerne können würde. Einfach so ohne zu üben. Eine schöne Frage. Ich glaube es gibt dazu zwei Antworten. Ganz konkret hätte ich gerne zwei rechte Handwerkerhände. Ich bewundere Menschen, die ihr Eigenheim selber umbauen und was sie anpacken gelingt. Das würde ich echt gerne können. Auf einer anderen Ebene bewundere ich Menschen, die Menschen beeinflussen und führen können. Die einen Raum betreten und diesen einnehmen mit ihrer Aura, so dass sie die Aufmerksamkeit der Anwesenden durch ihr schieres Sein bekommen (und ich meine das auf eine sympathische Art und Weise, das andere gibt es ja auch). Das würde ich gerne können…oder sein?
Etwas anderes, das ich in der letzten Zeit gelernt habe bzw. neu vor Augen geführt bekommen habe: Es braucht die Vielfalt, es braucht Stärken, Schwächen, unterschiedliche Talente und Meinungen. Meine Reise in den Osten hat mir so viele Facetten von Gesellschaften und Menschen gezeigt, dass ich gelernt habe, das es soviele „Wahrheiten“ und Realiäten gibt. Vielleicht sind nicht alle schlüssig für micht, vielleicht nicht alle komplett durchdacht, andere etwas naiv, aber in ihnen allen steckt ein Funken Wahrheit, was ihnen eine Daseinsberechtigung erteilt. Und sie alle sind es wert gehört zu werden. Ich weiss, dass du mich verstehst, ich will jetzt nicht die ganze Welt umarmen und von der Menschheitsfamilie sprechen (wenn auch das ein spannendes Thema wäre), aber du weisst ich liebe die Nationen, die verschiedenen Identitäten. Ich möchte ihnen mit Verständnis und auf Augenhöhe begegnen, mit breiter Brust und dem Wissen woher ich komme, aber mit einer Neugier und einem Respekt anderen Meinungen, Schicksalen, Ansichten und Kulturen (auch Religionen) gegenüber. Feiern wir unsere Wurzeln und Traditionen und feiern wir die Andersartigkeit anderer Länder und Kulturen. Einigkeit in der Andersartigkeit. Nationalistische Weltoffenheit. DAS ist für mich gelebte Diversity (und lässt sich wunderbar mit den christlichen Werten verbinden).
Ich merke, das Schreiben tut mir gut, ich verarbeite bereits hier Themen der Reise, vielleicht sollte ich das öfters tun, höre jetzt an dieser Stelle aber auf und geb dir das Wort wieder zurück.


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