Hallo meine Liebste (was du kannst, kann ich schon lange). (c:
Ja die Knallbonbons und Konfetti, die wünschten wir uns doch alle. Das Leben und den Augenblick geniessen, Pläne schmieden und sich keine Gedanken machen. Die Realität seit 3 Jahren ist leider eine andere. Aber, vielleicht ist das Leben durch die Unsicherheit auch etwas greifbarer geworden. Der Moment ist ins Zentrum gerückt. Meine Gegenwart zu gestalten kann verhindern, dass ich in Zukunft die Vergangenheit bereuen werde.
Das Leben ist aber auch sinnvoller geworden. Damit meine ich nicht, dass das Leben an sich mehr Sinn bekommen hat, aber meine Wahrnehmung vom Leben hat sich verändert. Das hat sehr viel mit den von dir angesprochenen Werten zu tun: Fokus auf das Wesentliche.
Dein Wunsch gefällt mir. Weg vom Materialistischen, vom Haben-Wollen und am besten gleich jetzt, hin zum Frieden und weg von der Angst. Das Ungewisse macht Angst, was wird uns dieses Jahr bringen, was wird es wegnehmen? Wie toll wäre es die Zukunft zu kennen, sich vorbereiten zu können, das Unerwartete greifbar zu machen.
Aber halt, wäre es das wirklich? Ist nicht ein wesentlicher Teil unseres Menschseins auch unsere Begrenztheit? Wir können die Vergangenheit erforschen, wir können den Moment gestalten, aber der Zukunft sind wir zu grossen Teilen ausgeliefert. Die Gegenwart fühlt sich an wie ein Raum mit unendlich vielen Türen. Hinter jeder dieser Türen versteckt sich eine andere Zukunft. Jede Entscheidung eine Türe zu öffnen bedeutet viele andere ungeöffnet zu lassen. Die Opportunitätskosten einer solchen Entscheidung umfassend abschätzen zu können scheint oft unmöglich. Diese Tatsache lähmt, sie macht Angst, sie verhindert Grossartiges. Was wir dann brauchen ist Vertrauen. Vertrauen in uns selber, unser Urteilsvermögen aber auch Vertrauen, dass es über uns noch jemanden gibt, der die Zukunft mitgestaltet.
Nicht vorgibt, aber mitgestaltet. Gerade zu Beginn eines neuen Jahres, zu einem Zeitpunkt, wo viele Türen noch geöffnet werden müssen, brauche ich Vertrauen nicht alles alleine im Griff haben zu müssen. Es tut gut mit Menschen wie dir, die mir sehr nahe stehen, über die verschiedenen Wege und Möglichkeiten, aber auch Risiken diskutieren zu können. Es zeigt wie wichtig andere Menschen sind; verschiedene Perspektiven auf die eigene Situation lassen die Türen in verschiedenen Farben und Lichtern erscheinen. Es hilft Entscheidungen zu treffen. Was ich aber noch viel mehr brauche sind Wunder. Wunder, die sich zeigen, wenn eine Türe im Vertrauen geöffnet worden ist. Möglichkeiten, die sich dahinter zeigen, von denen ich nicht mal zu träumen gewagt hätte.
Wie du gesagt hast, wir haben die Chance Dinge zu verändern, mutig Türen zu öffnen, vielleicht bleibts beim Versuch, weil sie verschlossen bleiben, vielleicht tut sich dahinter aber eine neue Welt auf. Ich möchte mehr Türen öffnen dieses Jahr, den Moment nicht verpassen mich vertrauensvoll auf die Reise zu machen in eine Zukunft, die mich dankbar auf meine Vergangenheit zurückblicken lassen wird. Oder mit anderen Worten, Vertrauen, das mit Wundern belohnt wird.
Ich brauche mehr davon.


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